Wie viel Rudelführer steckt im Mensch?

Kann der Mensch zum Rudelführer werden und seinem Hund als "Leitwolf" Sicherheit und Führung geben?

Mit Sicherheit kommen wir Menschen niemals an die Qualitäten eines echen Leithundes heran, aber wir können durchaus die Position des Alphatieres übernehmen.

 

Hunde kommunizieren sehr klar und fein, Menschen sind sich dagegen ihrer Körperhaltung, Ausstrahlung und Energie oft gar nicht bewusst.

Dies führt oft zu Missverständnissen.

Wenn der Vierbeiner beispielsweise gerufen wird und der Mensch sich dabei nach vorne beugt, stellt das für den Hund schon eine bedrohliche Haltung dar. Er wird sich daher vielleicht gar nicht oder nur langsam nähern. Und der Halter ist im schlimmsten Fall verärgert und meint sein Hund möchte ihn ärgern....

Wir sollten also zu aller erst lernen, die Sprache unserer Hunde besser zu verstehen, damit solche Missverständnisse gar nicht erst entstehen.

 

Daher sollten wir uns auch nicht im direkten Vergleich zu einem Leithund / Leitwolf sehen. Gegen die innerartliche Kommunikation haben unsere eher grobmotorischen Handlungen keine Chance. Dennoch können wir uns dem Hund durch richtig eingesetze Haltung und Körpersprache verständlich machen.

Dazu müssen wir gar nicht versuchen Hunde genau nachzuahmen.

Hunde sind clever genug zwischen Hund und Mensch zu unterscheiden.

Wenn wir versuchen uns wie ein Hund zu benehmen und beispielsweise unzähliche Beschwichtigungssignale nachahmen, wird uns der Hund wahrscheinliche eher verwirrt ansehen, weil er nicht weiß was das nun wieder soll.

 

Es geht vielmehr darum sich der eigenen Haltung, Austrahlung und Körpersprache bewusst zu werden und diese gezielt einzusetzen, um Regeln und Grenzen aufzustellen an denen sich der Hund orientieren kann.

In einem Rudel herrscht nicht das aggressivste Tier, im Gegenteil...

Der Rudelführer ist meist ein charakterstarkes und erfahrenes Tier, das absolute Souveränität ausstrahlt. In einem Hunderudel besteht eine klare Rollenverteilung. Ohne diese wäre ein entspanntes Miteinander gar nicht möglich. Wenn jedes Tier machen würde, was es will, wäre das Überleben der Gemeinschaft nicht mehr gesichert.

 

Wenn der Hund sich dem Menschen freiwillig und gerne anschließen soll, muss der Zweibeiner für klare und faire Verhältnisse sorgen. Hierbei geht es natürlich nicht darum, sich mit Gewalt oder Zwang durchzusetzen, sondern eine klare und souveräne Führung vorzugeben.

Ist das Bedürfnis des Vierbeiners nach Sicherheit und Schutz abgedeckt, kann der Hund einfach nur noch Hund sein und seinem Menschen die Klärung von Problemen überlassen. Solange der Mensch aber keine Führung vorgibt, wird sich der Vierbeiner gezwungen fühlen gewisse Situationen selbst in die Hand zu nehmen - was meist nicht im Sinne des Halters ist.

 

Wer also als menschlicher Rudelführer anerkannt werden will, muss vor allem an sich selbst arbeiten.

Leittier zu sein ist ein verantwortungsvoller Job. Er endet auch nicht um 17:00 Uhr, sondern ist ein echter Fulltimejob. Rudelführer ist man immer oder nie! Halbherzigkeit funktioniert hier nicht.

Wer es aber geschafft hat seine Führungsqualitäten zu beweisen, bekommt als Belohnung eine wundervolle Beziehung zu seinem Hund.

Wer wünscht sich keinen Hund, der freiwillig bei einem bleibt, einem folgt ohne dass man dauernd rufen muss, dem Menschen die Verantwortung in allen Situationen überlässt und ein ausgeglichener und wunderbarer Begleiter ist?

 

Also dann... Hündisch lernen und ein überzeugendes Leittier werden :-)

 

 

 

 

 

 

 

 

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